Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW)

Tappeser GmbH - Sachverständige am Bau

Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW)

Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) sind eine Gruppe halogenierter aliphatischer Kohlenwasserstoffe, deren Moleküle aus Kohlenstoff-, Chlor- und Fluoratomen aufgebaut sind. Aufgrund ihrer chemischen Stabilität, Nichtbrennbarkeit, geringen Toxizität sowie günstigen thermodynamischen Eigenschaften wurden FCKW seit den 1930er Jahren in zahlreichen technischen Anwendungen eingesetzt.

Verwendung fanden FCKW insbesondere als Kältemittel in Kühl- und Klimaanlagen, als Treibmittel zur Herstellung von Schaumstoffen sowie als Treibgase in Spraydosen. Im Baubereich wurden sie vor allem als Treibmittel für Polyurethan-(PU)-Hartschaumdämmstoffe eingesetzt. Dabei verbleibt ein Teil des FCKW dauerhaft in den geschlossenen Poren des Dämmstoffs und kann über lange Zeiträume aus dem Material freigesetzt werden.

Aus gesundheitlicher Sicht weisen FCKW im Vergleich zu vielen anderen Schadstoffen eine relativ geringe akute Toxizität auf. Bei hohen Konzentrationen können sie jedoch durch Verdrängung des Luftsauerstoffs gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen. Die wesentliche Bedeutung der Stoffgruppe liegt jedoch nicht in einer direkten Gesundheitsgefährdung, sondern in ihren erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt. Gelangen FCKW in die Atmosphäre, werden sie aufgrund ihrer hohen chemischen Stabilität bis in die Stratosphäre transportiert. Dort tragen sie durch die Freisetzung von Fluor- bzw. Chlorradikalen infolge photochemischer Zersetzung zum Abbau der stratosphärischen Ozonschicht bei. Darüber hinaus besitzen viele FCKW ein sehr hohes Treibhauspotenzial.

Aufgrund ihrer ozonschädigenden Wirkung wurden Herstellung und Verwendung von FCKW im Rahmen des Montrealer Protokolls von 1987 international schrittweise eingeschränkt und weitgehend eingestellt. In Deutschland und der Europäischen Union erfolgte die Ablösung von FCKW seit Anfang der 1990er Jahre durch andere Treib- und Kältemittel. In Gebäuden sind FCKW-haltige Dämmstoffe insbesondere in Bauteilen aus den 1960er bis frühen 1990er Jahren anzutreffen.

Bei Rückbau-, Sanierungs- und Entsorgungsmaßnahmen sind FCKW-haltige Materialien getrennt zu erfassen und fachgerecht zu entsorgen. Eine mechanische Zerkleinerung sollte möglichst vermieden werden, da hierbei die Freisetzung der im Material enthaltenen FCKW begünstigt wird. Die Entsorgung erfolgt über hierfür zugelassene Entsorgungswege unter Berücksichtigung der geltenden abfallrechtlichen Vorgaben.

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