Ursachen für Schimmel

Ursachen für Schimmel im Haus

Schimmel bildet sich immer durch ein Zusammenspiel von Bausubstanz und Nutzung - wobei man wissen muss, dass auch die Nichtnutzung, welche im schlimmsten Fall zur völligen Verwahrlosung des Gebäudes führt, eine Nutzungsart ist.

Selbst ein völlig defektes und / oder stark mängelbehaftetes Objekt kann grundsätzlich mit entsprechendem (technischem) Aufwand schimmelfrei gehalten werden. Die Frage ist dabei nur, ob dieser Aufwand vertretbar ist:

- Wer will beispielsweise Bautrockner in der Wohnung stehen haben, damit es weiter ungestört durch das Dach regnen kann?
- Wer will für die Beheizung seiner Wohnung enorme Energiemengen verbrauchen, nur weil die Konstruktion des Gebäudes völlig mangel- oder schadhaft ist?
- Wer will seine Arbeit jeden Tag mehrfach verlassen und nachts regelmäßig aufstehen, damit er die notwendige Querlüftung alle 4 Stunden gewährleisten kann?
- Wer will für seine Mieter die Lüftung und Beheizung vornehmen, damit diesen die Verantwortung genommen wird?

Wenn Defekte und bautechnische Mängel am Haus ausgeschlossen werden können entscheiden die Gerichte daher regelmäßig nach der Zumutbarkeit der Grundlüftungszyklen. Im Allgemeinen gelten aus juristischer Sicht drei Grundlüftungen, ausgeführt als Querlüftung, am Tag (1 x vor dem Verlassen des Hauses, 1 x beim Nachhausekommen, 1 x vor dem Schlafengehen) als zumutbar. Nicht zur Grundlüftung gehört das zusätzliche Lüften, welches beim oder unmittelbar nach dem Duschen, Baden, Kochen, Wäschetrocknen, Dampfbügeln, etc. notwendig wird.

Die Faktoren für die Bildung von Schimmel sind dabei u. A. folgende:

- unzureichende oder mangelhaft ausgeführte Wärmedämmung
(z. B. Teilsanierungen, Fehler bei der Verklebung)
- konstruktiv bedingte Wärmebrücken
(z. B. Regenfallrohr innerhalb der Dämmschicht)
- geometrische Wärmebrücken
(z. B. durch auskragende Bauteile)
- materialbedingte Wärmebrücken
(z. B. durch Stahlbetonstützen in einem Mauerwerk)
- Feuchtigkeit in der Baukonstruktion
(z. B. aufsteigende Feuchte, drückendes Wasser, Undichtigkeiten, Neubaufeuchte)
- Luftundichtheiten in der Gebäudehülle
(z. B. in der Dachkonstruktion, an Steckdosen)
- unzureichende Lüftung und Beheizung
(z. B. durch Auskühlen und Verschließen der Wohnung aufgrund längerer Abwesenheit)
- erhöhte Feuchteproduktion, für die das Bauwerk nicht geschaffen wurde
(z. B. Umnutzung in Gewerbeküche, Umnutzung alter Keller in Wohnräume)
- unangepasste Möblierung
(z. B große Schränke vor feuchten und / oder kalten Wänden)
- Schäden an der Installation
(z. B. Undichtigkeiten)
- Schäden an der Fassade
(z. B. gerissener Putz, defekte Wärmedämmung)
- Schäden am Dach
(z. B. auskkondensierte Feuchtigkeit in der Dämmebene)
- Mängel an der Heizung
(z. B. zu niedrige Vorlauftemperatur, fehlender hydraulischer Abgleich, falsche Anordnung)
- Nicht funktionierende oder mangelhafte RLT-Anlagen
(z. B. zu kleine Überstromluftöffnungen, defekte Abluftanlage in der innenliegenden Toilette)
- Das Zerstören von schimmelhemmenden Materialeigenschaften
(z. B. Überstreichen von Kalkputz mit Dispersion, dampfsperrende Farb- und Lackschichten)
- Stören des Dampfdruckgefälles nach Außen
(z. B. durch Einbauen einer Dampfsperre an der falschen Stelle)
- Hohe Temperaturschwankungen
(z. B. kurzfristiges Aufheizen der Luft und anschließendes Wiederabkühlen bei kalten Bauteilen)
- Mangelhafte Hygiene
(z. B. Essensreste, große Staubansammlungen, zu seltenes Leeren des Biomülleimers)
- Während der Heizperiode dauerhaft schräggestellte Fenster

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