Methylmethacrylat
Methylmethacrylat (MMA)
Methylmethacrylat ist eine farblose flüchtige Flüssigkeit mit einem stechenden Geruch und ein organischer Ester aus der Gruppe der Acrylate. Es ist leicht entzündlich und sollte nur in gut belüfteten Bereichen bearbeitet werden unter Anwendung von Handschuhen und Atemschutz.
Verwendet wird es hauptsächlich als Ausgangsstoff zur Herstellung von Polymethylmethacrylat, auch bekannt als Plexiglas oder Acrylglas. Beispielsweise als Bauteile im Haus als Kunststoffe und Acrylglas für Fensterrahmen, Duschabtrennungen, Lichtkuppeln, Lichtleisten oder Abdeckungen, in Fußbodenbelägen und Klebstoffen, die mit MMA-haltigen Klebstoffen verklebt wurden, transparentem Gießharz (Acrylharz), Tränkung von Holz um stabilisiertes Holz und transparentes Holz, Steinersatzmörtel und Steinkitt, MMA-haltige Versiegelungen oder Beschichtungen, z.B. bei Estrich und Garagenböden, Waschbecken, Duschtassen oder Badewannen aus Acryl (PMMA), früher eingesetzte Montageklebstoffe oder Silikone/Dichtmassen, in denen MMA enthalten sein kann.
Des Weiteren ist es enthalten in Zahnfüllmaterialien und Prothesen (zahnmedizinische Kunststoffe), Knochenzementen in der Chirurgie, Klebstoffen, Lacken und Beschichtungen, Nagelmodellagen.
MMA kann nach dem Einbau ausdünsten, besonders aus frisch verklebten oder beschichteten Materialien. In älteren Häusern ist die Emission in der Regel stark abgeklungen. In den 1970er-Jahren wurden häufig lösemittelhaltige Klebstoffe verwendet, teils mit Acrylat-Bestandteilen, also möglicherweise auch MMA-haltig. Besonders bei vollflächig verklebten Teppichböden, kann MMA anfänglich ausdünsten.
Von dem Stoff gehen akute oder chronische Gesundheitsgefahren aus. Als Bestandteil in der Raumluft kann es bei ungenügender Belüftung zu Reizung der Augen, Haut und Atemwege kommen, sowie allergische Hautreaktionen auslösen und bei längerer Exposition zu Atemwegsallergie führen. In Arbeitsbereichen gelten gesetzlich festgelegte MAK-Werte (Maximale Arbeitsplatz-Konzentration).
