Schlechter Geruch in der Wohnung

Die menschliche Nase ...

... ist leider kein Messinstrument, aber oftmals dennoch sensibler als die Messtechnik und die Analytik im Labor.. Die Schwierigkeit bei der Bewertung von Gerüchen ist, dass jeder Mensch Gerüche sehr unterschiedlich wahrnimmt und interpretiert. Persönliche Vorlieben, das Geschlecht (Frauen haben normalerweise einen feiner ausgeprägten Geruchssinn als Männer), die allgemeine Gesundheit und Hygiene spielen eine enorme Rolle bei der Fähigkeit, Gerüche wahrzunehmen. Auch dämpfen bestimmte Lebensmittel (Kaffee, Knoblauch, etc.), das Rauchen und Dampfen das Geruchsempfinden und die Sensibilität bei der Wahrnehmung. Die Riechfähigkeit nimmt ab dem 40. Lebensjahr langsam ab. Wer bewusst riechen will sollte hungrig sein, da die Nase hierdurch deutlich empfindlicher ist.

Der Mensch kann einige tausend Gerüche abspeichern, obwohl die Empfindlichkeit seiner Nase, verglichen mit den meisten Säugetieren, recht gering ist. Das Riechhirn (Bulbus olfactoris) ist direkt mit dem Mandelkern (Amygdala), dem Sitz der Emotionen im Gehirn, verbunden, so dass Geruchseindrücke zu sofortigen unkontrollierbaren und starken Reaktionen führen können. Verstärkt wird dies dadurch, dass Gerüche oftmals mit Erinnerungen (geliebte Großmutter, ekelhafter Nachbar, etc.) verbunden und abgespeichert sind.

Schwierig ist, dass wir Menschen in den seltensten Fällen einzelne Substanzen aus einem Geruchsgemisch herausriechen und definieren können. Daher ist im Umgang mit Geruchsbelästigungen sehr viel Erfahrung nötig und die Arbeit gleicht eher dem Vorgehen eines Detektives, als der eines Analytikers.

Nicht vergessen darf man bei der Thematik, dass unsere Sinnesorgane lediglich Reize wahrnehmen, die Interpretation der Wahrnehmung aber stets dem Gehirn vorbehalten ist. Diese Interpretation kann man schulen, so dass eine abgesicherte olfaktorische Bewertung von Gerüchen (Hedonik) durch ein Team von Fachleuten möglich ist. Bei solch einer Bewertung werden allerdings nur 4 Grundparameter (Akzeptanz, Hedonische Wirkung, Geruchsart, Intensität) erfasst:

Auch wenn Gerüche nicht unbedingt schädlich sein müssen, so kann ein langanhaltender Geruch der Ablehnung oder Ekel auslöst dennoch zu einer schweren körperlichen und seelischen Belastung führen. Der Geruch eines anderen Menschen signalisiert uns auch, ob wir mit diesem bezüglich einer möglichen Fortpflanzung "kompatibel" sind. Dies funktioniert allerdings nur, wenn wir noch nach Mensch und nicht nach einer Parfümeriefiliale riechen.

Gemessen werden Gerüche in Olf. Ein Olf entspricht dabei der Geruchsbelastung welche ein "Normmensch" (eine erwachsene Person mit einem Hygienestandard von 0,7 Bädern pro Tag, 1,8 m² Hautoberfläche und sitzender Tätigkeit) abgibt.

Typische Geruchsabgaben

Marmor

0,01 olf/m²

PVC/Linoleum

0,2 olf/m²

Teppich, Wolle

0,2 olf/m²

Kunstfaserteppich

0,4 olf/m²

Gummidichtung

0,6 olf/m²

Person (ruhend)

1 olf

12-jähriges Kind

2 olf

Starker Raucher

25 olf

Athlet nach dem Sport

30 olf

Die Ursachen für Gerüche im Innenraum

Grundsätzlich muss man in drei mögliche Ursachen unterscheiden. Zum einen sind das die Gerüche, welche die Bewohner selbst einbringen. Zum Anderen sind das die Gerüche aus dem Bauwerk und dann die Gerüche, welche von außen eingetragen werden.

Jeder Mensch dünstet Stoffe aus, die sich in der Art und Stärke deutlich unterscheiden. Dies hat nicht nur mit der persönlichen Hygiene zu tun, sondern auch mit aufgenommenen Nahrungs- und Genussmitteln, Krankheiten, Medikamenten, etc. Über lange Zeit können sich diese Gerüche in allen porenoffenen Materialien einlagern, so dass diese durch ein einfaches Lüften nicht zu vertreiben sind. Auch der exzessive Gebrauch von Duftstoffen führt in vielen Fällen irgendwann zu einem widerlichen Gestank, da sich die Substanzen nur zum Teil verflüchtigen, oxidieren oder regelrecht "vergammeln" können.

Eine häufige Ursache sind auch Altlasten durch eine vorangegangene Nutzung. Hierzu gehören insbesondere Ablagerungen des Tabakrauches, welche nicht entfernt sondern nur überstrichen wurden.

Bauwerke können selbst viel zu Gerüchen beitragen, insbesondere dann, wenn Wasser im Spiel ist. Wasser ist zum einen ein Lösemittel, zum Anderen aber auch eine der Grundlagen für mikrobielle Prozesse. Typische Gerüche sind der sogenannte Fertighausgeruch, Gerüche aus fäkalienhaltigem Wasser, Schimmel oder bestimmten Schadstoffen,. Besonders geruchsbelastet sind auch heute noch viele ältere Fertighäuser.

Gerüche können auch aus der Nachbarschaft oder der Umwelt eingetragen werden. Gastronomische Betriebe, Straßenverkehr aber auch Gerüche, welche durch Undichtigkeiten in der Konstruktion des Hauses transportiert werden können äußerst unangenehm sein.

Als Geruchsquelle oftmals überschätzt werden Tierkadaver (z. B. Ratten und Mäuse) welche für eine dauerhafte Geruchsbelästigung im großen Ausmaß meist nicht in Frage kommen. Allerdings können Exkremente aller Art, wenn sie in größeren Mengen vorhanden sind, eine dauerhafte Belastung darstellen, von der auch eine Gesundheitsgefahr ausgeht.

Die Ursachensuche

Bei der Ursachensuche ist für uns die Recherche bezüglich der Bausubstanz, der Nutzung, Renovierungen und Sanierungen, des Umfeldes und die Befragung der Betroffenen in den meisten Fällen der Start für die nachfolgenden Untersuchungen.

Je nach Ergebnis und dem persönlichen Eindruck vor Ort kann dies eine Laboruntersuchung sein, Messungen des Klimas, von Bauteilfeuchten, der Schadstoffbelastung und weiterer Parameter mit direkt anzeigenden Messgeräten oder auch die Arbeit mit Tracergasen (Indikator- oder Spurensuchgasen), der Videoskopie, Messungen der Luftdichtigkeit und diversen anderen Verfahren. Sofern dies zielführend erscheint, werden von uns auch Bauteilöffnungen durchgeführt.

Das Ziel ist dabei, sich mit dem geringstmöglichem Aufwand die Ursache einzugrenzen, um anschließend Vorschläge zur Geruchsbekämpfung machen zu können.

Die Geruchsbekämpfung

An erster Stelle steht immer die persönliche Hygiene. Je sauberer und staubärmer eine Wohnung und je gepflegter die Bewohner sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die ganz normalen Ausdünstungen, welche durch die Nutzung der Räumlichkeiten entstehen, nicht einlagern und zeitverzögert wieder ausgasen können.

Die regelmäßige Nutzung der Räume, verbunden mit der ausreichenden Beheizung und der häufigen Querlüftung sind ein weiterer Faktor, der sehr wichtig ist. Probleme bereiten uns oft die RLT-Anlagen (technische Lüftungen), welche falsch eingestellt oder so eingebaut wurden, dass sie zwar die Feuchtelast geringfügig senken, aber die Luft in den Räumen nicht austauschen können.

Grundsätzlich raten wir davon ab, Gerüche zu überdecken. Weder die im Handel angebotenen Produkte noch die Nutzung von Räucherstäbchen, Duftölen oder ähnlichem können die Ursache beheben, irritieren oft nur unsere Nase (was hilft es schon einen Misthaufen zu parfümieren? Der Mist bleibt dennoch Mist!) und stinken auf Dauer oftmals selbst enorm.

Helfen kann im Einzelfall eine Überwärmung des Bauwerks verbunden mit einer häufigen Stoßlüftung, die Ozonierung, die Raumluftionisation oder auch der Einsatz von Mikroorganismen. Jedes dieser Verfahren hat seine Stärken und seine Schwächen und keines hilft in jedem Fall. Daher ist die Ursachensuche und deren Behebung stets der erste Schritt. Für jeden weiteren Schritt bedarf es viel Erfahrung, um die Situation nicht zusätzlich zu verschlechtern.

Sowohl bei der Diagnose, wie auch bei der Behebung der Probleme stehen wir Ihnen gerne zur Seite!

Tappeser GmbH - Hauptstraße 43 - 69469 Weinheim - +49 (0)6201-959000 - info@tappeser.de

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