Lindan

Lindan

Lindan ist ein geruchloser, weißer, nadelförmiger Feststoff, der in Wasser schwer und in Alkohol und anderen organischen Lösemitteln gut löslich ist.

Die Chemikalie wurde in der EU bis 2008 eingesetzt und ist Bestandteil vieler älterer Holzschutzmittel (z. B. Xylamon BV, Xyladecor) und kommt darin meist zusammen mit PCP (Pentachlorphenol) vor. Auch in Insektiziden (Sprays, Klebestreifen, Ameisenpulver, etc.) und medizinisch wurde die Substanz zur Behandlung eines Befalls durch Kopf- oder Filzläuse und bei Krätze eingesetzt.

Lindan ist insektizid und wirkt antiparasitär durch Störung des Nervensystems bei Insekten. Es ist neurotoxisch.

Entdeckt wurde die Substanz bereits 1935, seit 1942 wurde es als Insektizid verwendet. Der Höhepunkt in der Produktion war das Jahr 1969, danach ging die Produktion weltweit zurück. Seit 1986 wurde Lindan zunehmend durch das Pyrethroid Permethrin ersetzt. In Deutschland besteht kein Produktionsverbot.

Mit seinen Isomeren α - und β -Hexachlorcyclohexan (HCH) kommt es durch den jahrzehntelangen Einsatz in Spuren praktisch überall in der Umwelt vor.

Die WHO stufte Lindan 2015 in die Gruppe 1 (krebserregend beim Menschen) ein.

typische Quellen für Lindan

  • Holzoberflächen von Wandverkleidungen, Balken, Türen, Vertäfelungen, Böden, Fenstern oder Möbeln

  • Holzkonstruktionen (z.B. Fachwerk, Fertighäuser, Dachstühle)

  • Ledermöbel Textilien, Markisen, Zelte

  • Mottenschutzmittel

  • Farben und Lacke

  • Medikamente gegen Kopfläuse

  • alte Vorräte von Holzschutzmitteln, etc.

  • Altlasten (Produktion, Havarie, Verunreinigungen)

  • Pflanzenbehandlungsmittel

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