Sanierung

Nachdem sich der Verdacht des Vorhandenseins von Schadstoffen in der Raumluft bei einer labortechnischen Untersuchung erhärtet hat, stellt sich immer wieder die Frage, wie man die Belastung am effektivsten senken kann.

Eine verbindliche Aussage hierzu ist ausschließlich im Einzelfall zu treffen. Denn ohne Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten, des Analysenergebnisses (qualitativ und quantitativ), der gesundheitlichen Situation der Bewohner und der Nutzung der betroffenen Räume ist es unmöglich, eine der verschiedenen Möglichkeiten zu favorisieren. Von einer Sanierung ohne vorausgegangene Untersuchung raten wir grundsätzlich ab, da wir schon des öfteren erlebt haben, daß die falschen Maßnahmen gewählt und somit die Kosten unnötig in die Höhe getrieben wurden.

Nachfolgend wollen wir Ihnen daher verschiedene Maßnahmen vorstellen, die eine Belastung eventuell lindern oder sogar eliminieren können. Wichtig ist, daß nach erfolgter Nutzung der gegebenen Möglichkeiten eine Nachmessung gemacht wird, um deren Auswirkung zu überprüfen.

Insbesondere Menschen bei denen ein MCS (Multiple Chemical Syndrom), oder eine andere gesundheitliche Belastung, welche auf den Kontakt mit Allergenen oder Schadstoffen zurückzuführen ist, diagnostiziert wurde, sollten die Sanierung auf keinen Fall selbst durchführen, oder wenigstens vorher mit einem Facharzt (z. B. Umweltmediziner, Allergologe, evtl. Naturheilarzt) sprechen.

Zwangsentlüftungen

In vielen Fällen kann - gerade in unseren modernen und nahezu gasdichten Bauweisen - durch eine dauerhafte Zwangsentlüftung die Luftbelastung gesenkt werden, denn Lüften ist immer die "Erste-Hilfe-Maßnahme" bei Schadstoffen aller Art. Alleine das Öffnen der Fenster reicht allerdings für eine dauerhafte Senkung nicht aus: Bei einzelnen schräggestellten Fenstern und verschlossenen Innentüren ist die Luftwechselrate zu gering. Desweiteren ist unbedingt zu klären, ob die Belastung der Atemluft vor dem zu öffnenden Fenster nicht höher ist, als die im Innenraum (möglich bei Hauptverkehrsstraßen, konventionellem Ackerbau, etc.).

Gute Erfahrungen haben wir mit RLT-Anlagen (raumlufttechnishen Anlagen, evtl. mit Wärmetauscher) bei Radonausgasungen im Kellerbereich, aber auch bei Schadstoff- und Feuchteproblemen im Wohnbereich und selbstverständlich in Form von Abzügen im Arbeitsplatzbereich (Küche, Produktion, etc.) gemacht.

Im Wohnbereich hat eine technische Zwangsentlüftung allerdings nicht nur Vorteile: Erstens muß eine ständige (!) und ausreichende Zuluftquelle vorhanden sein, zweitens muß die Menge und der Weg der auszutauschenden Luft geplant werden und drittens steigt der Energieverbrauch an.

Entfernen, Reinigen und Abschleifen

Nach Möglichkeit sind alle porenoffenen Materialien (z. B. Textilien, Bücher, Massivholz, Emittenten), in welche die Substanzen eingedrungen sein könnten, zu entfernen. Sofern Sie auf die Gegenstände nicht ganz verzichten können, stellen Sie diese längerfristig in einen Raum, in dem Sie sich selten aufhalten und die Raumtemperaturen und die Raumfeuchte dauerhaft niedrig sind.

Durch das gründliche und wiederholte Reinigen mit einer 5 %'igen Sodalösung können Sie die Belastung ebenfalls senken. Bei Schimmel empfehlen wir Wasserstoffperoxid (Beszugsquelle: Apotheke) oder die Reiniger von Jati (Bezugsquelle: durch uns).

Sofern es sich um Oberflächen aus Massivholz handelt und diese keine tiefen Risse aufweisen, reicht es gelegentlich aus, die mit Holzschutzmitteln behandelten Flächen ca. 3- 5 mm tief abzuschleifen (Statik beachten!), um sie anschließend mit biologischen Mitteln zu behandeln.

Wandbeläge und Versiegelungen

Verschiedene Firmen bieten geprüfte Wandbeläge (Tapeten) und flüssige Versiegelungen (z. B. Schellack) an. Die Materialien halten in den meisten Fällen wenigstens kurz- bis mittelfristig, was die Hersteller versprechen - langfristig treten aber die abgesperrten Stoffe oftmals verstärkt wieder aus. Häuser können sich in sich selbst bewegen und eine vormals dichte Tapete reißt hierbei möglicherweise. Lacke zur Versiegelung können im Lauf der Jahre rissig werden, wobei die Schadstoffe dann wieder vermehrt auftreten. Desweiteren ist bei älteren Holzbalken eine geschlossene Schicht oftmals nicht aufzubringen, da die Risse im Holz zu tief sind.

Insbesondere bei mechanisch beanspruchten Stellen (z. B. bewegliche Teile) ist von einer Versiegelung nach Möglichkeit abzusehen, da eine Gewähr für die Dichtigkeit nicht gegeben ist.

Die Ausführung dieser Arbeiten sollten Sie unbedingt einer Fachfirma überlassen, welche Ihnen Erfahrung mit den Materialien und Erfolge (Ergebniskontrolle) nachweisen kann.

Staubsauger

Am Markt werden verschiedene Staubsaugertypen angeboten, die nicht nur gute Reinigungseigenschaften haben, sondern die Raumluft sehr effektiv reinigen.
Grundsätzlich unterscheiden wir drei verschiedene Typen:

- konventionelle Staubsauger
- Staubsauger mit Hepa-Feinstfiltern ("für Allergiker geeignet")
- Staubsauger, welche die Luft durch ein Wasserbad ziehen
- Staubsauger mit Zulassung für Arbeitsplätze (M-Klass, H-Klasse, H-Klasse für die Asbestsanierung)

Erstere verwirbeln gerade den Dreck, den sie unbedingt zurückhalten halten sollten und reichen bei einer Belastung der Räume mit Schimmel oder Schadstoffen aller Art auf keinen Fall aus. Außerdem bringen sie oftmals zusätzliche Belastungen in die Raumluft: Im Staubsaugerbeutel treten durch die feuchte Wärme Verwesungsprozesse auf, welche nicht nur unangenehm riechen..... Außerdem wird ausgerechnet der Feinststaub, der uns ohnehin die meisten Probleme bereitet, trotz entsprechender Feinfilter wieder in die Raumluft abgegeben.

Die derzeit beste Lösung für die trockene Wohnungs- oder Büroreinigung sind Staubsauger mit Hepa-Filtern. Neben den Spezialsaugern für die Asbestsanierung sind nur diese in der Lage den lungengängigen Feinstaub weitestgehenst zurückzuhalten.

Wasserstaubsauger sind meist sehr teuer und können feinste Partikel oft nicht zurückhalten. Auch wenn diese verschiedene Vorteile haben, raten wir zwischenzeitlich von den meisten Geräten ab, da in der austretenden Luft ungebunden anorganische Bestandteile (z. B. Lehm), aber auch Feinstäube enthalten sein können.

Ein starker Industrie- oder Wasserstaubsauger kann auch im Einsatz gegen die Milben gute Dienste leisten: Matratzen, Stofftiere u. A. werden in einen Plastiksack gesteckt - der erzeugte Unterdruck tötet die meisten Tiere zuverlässig ab.

Luftreiniger

Der Venta-Luftwäscher (wenn er regelmäßig gereinigt wird!) kann das Wohnklima entscheidend verbessern. Die Luft wird in diesem Gerät durch ein Wasserbad gezogen, welches die Luft befeuchtet und einen Teil des Staubes sowie einige Schadstoffe gut zurückhält.

Eine etwas teurere aber noch bessere Lösung bieten Luftreiniger, die verschiedene Filterstufen haben. Verschiedene Fliesfilter, Ionisation, Elektrostatische Aufladung und Aktivkohle sorgen für einen enorme Reinigungswirkung die bis zu 99,9% gehen kann.

Ionisationsgeräte

Für Ionisationsgeräte liegen gut gesicherte wissenschaftliche Daten vor. Sie kommen auch in der Lebensmittelindustrie und in Operationssälen zur Minderung von Keimen aller Art und verschiedenen Schadstoffen (Formaldehyd, Dioxine, Furane, etc.), zum Einsatz.

Kleingeräte reichen für die Reinigung allerdings nicht aus. Voraussetzung ist, daß das Gerät einen Venilator und einen sauberen elektrostatisch geladenen Filter (Aktivkohle, Filtermatte) besitzt.

Von der Verwendung von Billiggeräten raten wir grundsätzlich ab, da diese direkt vor dem Gerät eine Ionenkonzentration erzeugen, wie sie beispielweise auf dem Matterhorn zu finden ist. In zwei Metern Abstand ist diese so weit gefallen, daß der hiervon ausgehende Reiz aus unserer Sicht völlig unphysiologisch ist.

Achten Sie beim Kauf darauf, daß Ihnen der Hersteller schriftlich garantiert, daß das Gerät kein Ozon erzeugt. Dieses stechend riechende Reizgas ist giftig.

Pflanzen

Die Reinigungswirkung verschiedener Pflanzen wurde in einer Studie der NASA, welche sich auf Raumschiffe(!) bezog wissenschaftlich belegt. Für unsere irdischen Wohnräume reichen sie aber in der Regel nicht aus, sofern man nicht mit einigen Tricks nachhilft:

- Die Raumluft muß durch einen Ventilator verwirbelt werden
- Die Pflanzen sollten möglichst nicht direkt über der Heizung stehen.
- Der Boden muß optimal beschaffen sein (keine Staunässe, Beimischung von Aktivkohle [möglicherweise geht es auch mit "Seramis"])
- spezielle Blumentöpfe, welche die Luft mittels eines Ventilators einsaugen, helfen die Wirkung deutlich zu steigern.
- Es müssen ausreichend Pflanzen vorhanden sein um eine deutliche Reduzierung der Messwerte zu erzielen.
- Die Blätter müssen sauber und staubfrei gehalten werden, damit die Reinigung optimal abläuft.

Weitere Hinweise finden Sie hier.

Heizsyteme

Je heißer die Heizflächen sind, desto stärker wird die Raumluft verwirbelt, ausgetrocknet und möglicherweise der darin enthaltene Staub sogar verbrannt (z. B. bei alten Dampfheizungen, Warmluftöfen).

Die gesündesten Heizungen sind solche, die nur geringe Konvektion, dafür aber viel Strahlungswärme erzeugen. Zu diesen Typen gehören Wandheizungen, Randleistenheizungen, Grundöfen und (eingeschränkt) Fußbodenheizungen.

Naturheilkunde und Entgiftungsmaßnahmen

Von der Entgiftung ohne ärztliche Aufsicht, von Diäten und Fastenkuren aller Art raten wir bei einem Verdacht auf die Belastung des Körpers durch Schadstoffe unbedingt ab. Denn hierbei und bei Schwangerschaften, fiebrigen Erkrankungen und perönlichem Streß werden die im Körper eingelagerten Substanzen vermehrt in das Blut abgegeben.

Um die allgemeine Belastung zu senken empfiehlt es sich konsequent einige Dinge umzustellen:

- für saubere Luft sorgen
- Ausgasungen aller Art weitmöglichst meiden (Zigarettenrauch, neue (bisher ungewaschene) Kleidung, etc.)
- Viel trinken (vorzugsweise Umkehrsosmose- oder energetisiertes Wasser)
- weitmöglichst nur biologisch angebaute Nahrung zu sich nehmen
- Stress vermeiden
- das Meditieren, Yoga, Tai-Chi, Qui Gong, oder das autogene Training erlernen und regelmäßig praktizieren
- Prüfen lassen, ob eine Amalgamsanierung sinnvoll ist

Für die Ausleitung von Schadstoffen werden sowohl schul- als auch alternativmedizinische Verfahren angeboten. Beide Möglichkeiten sind unserer Kenntnis nach in erfahrenen Händen gut und praktikabel. Leider spricht nicht jeder auf die jeweiligen Maßnahmen gleich gut an. Geduld und manches Mal auch Ausprobieren verschiedener Verfahren ist notwendig um einer chronischen Vergiftung abzuhelfen.

Die meisten Menschen reagieren dauerhaft übersensibel, wenn sie einmal mit Schadstoffen belastet sind oder waren - bedenken Sie dies bei Ihren Sanierungsbemühungen. Maßnahmen, die für Gesunde völlig ausreichend sind (wie beispielsweise die Minderung der Konzentration) reichen dann auf keinen Fall mehr aus.

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