Die optimale Luftfeuchte

Die gefühlte Luftfeuchte und Raumtemperatur, sowie geringstmögliche Zuglufterscheinungen sind die entscheidenden Klimafaktoren im Innenraum.

Bezüglich der optimalen Feuchte der Raumluft herrscht in der Wissenschaft Uneinigkeit, da in den Arbeiten von unterschiedlichen Bezugsgrößen ausgegangen wird.

Legt man in den Beobachtungen die relative Luftfeuchte zugrunde, kommt man zu ganz anderen Ergebnissen, wie wenn man die absolute Menge des Wasserdampfes misst.

Hierdurch wird nach wie vor in der Literatur behauptet, dass eine optimale Luftfeuchte für das Wohlbefinden bei 50 - 55 % rel. liegt. Gleichzeitig wissen wir aber, dass schon ab einer Luftfeuchte von 60 % rel. das Risiko der Schimmelbildung enorm steigt, sich Pilze und Bakterien stark vermehren können.

Bezogen auf diese relativen Werte führt zu trockene Atemluft zu Entzündungen der Atemwege, Schleimhautreizungen, Hauterkrankungen und vielem mehr.

Wendet man sich aber der absoluten Feuchtemenge in der Außenluft zu, so stellt man fest, dass diese in der überwiegenden Zeit des Jahres weitaus trockener ist, als diese nach oben genanntem Messverfahren gefordert wird.

Vergleicht man die tatsächliche Menge des in der Luft gelösten Wassers (g/kg) in der Innenluft mit den Werten der Außenluft, stellt man fest, dass die Innenluft meistens - aufgrund des mangelhaften Luftaustauschs - zu nass ist.

Unserer Erfahrung nach (und der vieler Kollegen) ist davon auszugehen, dass die meisten Gesundheitsbeschwerden nicht von einer zu trockenen Luft, sondern durch ein schlechtes Innenraumklima und die falsche Heiztechnik verursacht wird.

Der von den Konvektionsheizungen (Heißluftöfen, Radiatoren, Heizköpern, etc.) aufgewirbelte Staub setzt sich auf der Haut nieder und gelangt in die Atemwege. Die Inneneinrichtung und der fehlende Luftaustausch nehmen die Kleinionen aus der Luft, an der sich diverse Schadstoffe, Stäube, Sporen, etc. binden können.

Das Ziel sollte es also sein, dass durch regelmäßiges Querlüften (Vorhänge und Rollläden öffnen!) und eine Minimierung der Staubaufwirbelung die gefühlte(!) Luftfeuchte erhöht wird, ohne dabei die Menge des Wasserdampfs in der Luft tatsächlich zu erhöhen.

Biologische Wandaufbauten, die allenfalls eine dampfbremsende aber keine dampfsperrende Wirkung haben, können die überschüssige Feuchte, welche zum Beispiel kurzfristig beim Kochen, Baden oder Duschen entsteht rasch aufnehmen und diese über einen längeren Zeitraum verteilt wieder an die Raumluft zurückgeben.

Zimmerpflanzen tragen für die Raumluftfeuchte in den meisten Fällen relativ wenig bei (außer sie haben ungewöhnlich große bzw. viele davon im Raum verteilt).

Wenn Sie meinen, die Luftfeuchte erhöhen zu müssen, können Sie sich mit verschiedenen technischen Geräten behelfen:

- Verdunster: In Ihnen wird die Raumluft gegen eine große Oberfläche (beispielsweise im Wasserbad rotierende Scheiben) geblasen und das kalte Wasser verdunstet dabei. Die Gefahr der Überfeuchtung der Luft ist bei diesen Systemen am Geringsten. Angenehm ist auch, dass sie eventuell (sparsam!) Düfte hinzugeben können und die Energetik des Wassers nicht zerstört wird. Die Raumluft kann durch diese Systeme um maximal 1 Grad abgekühlt werden.

- Ultraschall-Zerstäuber: Bei diesen Systemen wird das Wasser in ultrafeinen Tröpfchen in die Luft abgegeben. Die Gefahr der Überfeuchtung und Verkeimung ist i. d. R. höher als bei Verdunstern. Auch muss die Entkalkungspatrone häufig gewechselt werden, da sonst ein weißer Kalkbelag auf den Oberflächen von Pflanzen, Möbeln, etc. entstehen kann. Der Stromverbrauch ist meist deutlich höher als bei den Verdunstern.

- Verdampfer: Sie benötigen die meiste Energie, da das Wasser auf über 100 Grad Celsius erhitzt wird, um an die Raumluft abgegeben zu werden. Es entsteht hierdurch ein geringer (aber sehr kostenaufwendiger) Wärmegewinn.

Abraten müssen wir von allen Geräten, die mit stehendem warmen Wasser arbeiten - insbesondere von den Behältern die auf die Heizung gestellt oder daran gehängt werden. Auch feuchte Handtücher oder Fliese auf einer warmen Oberfläche helfen nicht wirklich - die Temperatur in ihnen sorgt für ein optimales Brutklima für Bakterien, Hefen und Pilze und der Energieverbrauch für die Beheizung des Raumes wird bei großflächiger Abdeckung der Heizkörper gleichzeitig um ein Vielfaches höher.

Alle Geräte sollten häufig gereinigt werden, um eine Verkeimung zu verhindern und einen eingebauten Hygrostaten haben oder zumindest an einer Zeitschaltuhr betrieben werden, um die übertriebene Luftbefeuchtung zu vermeiden.

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