Kohlendioxid

Kohlenstoffdioxid (Co2) ist ein guter Parameter zur Bewertung der Luftqualität. Etwa 400 ppm dieses Gases sind derzeit in natürlicher Landluft enthalten. In der Stadt kann dieser Wert, durch Abgase und Wetterlage bedingt, erheblich nach oben abweichen.

Es gibt derzeit keine gesetzlichen Grenzwerte, aber immerhin Empfehlungen für Schulgebäude:

- Deutschland: 1500 ppm (Schulgebäuderichtlinie)
- DIN 1946-2 1500 ppm
- Arbeitsstättenrichtlinie:
.. < 1000 ppm: Keine weiteren Maßnahmen (sofern durch die Raumnutzung kein Konzentrationsanstieg über 1000 ppm zu erwarten ist)
.. 1000 - 2000 ppm: Lüftungsverhalten überprüfen und verbessern, Lüftungsplan aufstellen (z. B. Verantwortlichkeiten festlegen), Lüftungsmaßnahme (z. B. Außenluftvolumenstrom oder Luftwechsel erhöhen)
.. > 2000 ppm: weitergehende Maßnahmen erforderlich (z. B. verstärkte Lüftung, Reduzierung der Personenzahl im Raum)
- MAK: 1500 ppm
- Niederlande: 1200 ppm
- USA: 700 ppm über Außenluftkonzentration
- Kanada: 1000 ppm
- Dänemark: 1000 ppm höchstens jedoch 2000 ppm

Da das Gas farb- und geruchlos ist, können wir es auf direktem Weg nicht wahrnehmen. Erste Anzeichen für eine zu hohe Co2-Konzentration ist das Abnehmen der Hirnleistung und ein Gefühl von Müdigkeit. Die moderne Bauweise, welche immer mehr auf luftdichte Häuser setzt, führt zu einer immer höheren Belastung der Luft mit Schadstoffen, Stäuben, Sporen, Bakterien, Aerosolen und Gasen. Wird zu wenig gelüftet, vergiften wir uns selbst.

Sorge bereiten uns bei unserer Arbeit immer häufiger Büro- und Schlafräume. Beide werden in der Regel zu selten und falsch gelüftet. Auch offene Feuerstätten, welche falsch genutzt werden, können die Luft stark mit Feinstaub, Stickoxiden, Kohlenstoffmonoxid und Kohlenstoffdioxid belasten.

1858 schlug Pettenkofer den Grenzwert von 1000 ppm für Kohlendioxid in der Raumluft vor. Die Ad-hoc-Arbeitsgruppe Innenraumrichtwerte beim Umweltbundesamt leitet aus der Bewertung aktueller Interventionsstudien gesundheitlich-hygienisch begründete Leitwerte für Kohlendioxid in der Raumluft ab. Hiernach gelten Konzentrationen unter 1000 ppm als unbedenklich, Konzentrationen zwischen 1000 und 2000 ppm als auffällig und solche über 2000 ppm als inakzeptabel. Zur Info: Im Selbstversuch brachte ich es in einer Nacht in meinem ungelüfteten Schlafzimmer auf über 3600 ppm - und das alleine und bei nur 6 Stunden Schlaf.

Steigen die Co2-Werte in den Innenräumen an, so nehmen gleichzeitig auch alle anderen luftgetragenen Belastungen zu. Somit ist dieser Wert ein guter Parameter für die Wohngesundheit.

Zur Überprüfung Ihrer eigenen Wohnsituation empfehlen wir Ihnen die Anschaffung einer Co2-Ampel. Vor Ort führen wir die Überprüfung mit direkt anzeigenden Messgeräten, Datenloggern und Teströhrchen durch.

Nach einer 8 stündigen Schlafenszeit bei luftdichter Bauweise und ohne Lüftung liegt der Co2-Gehalt im Raum bei einer Person über 3800 ppm und bei der Belegung mit zwei Personen bei über 8000 ppm. Dies ist gesundheitsschädlich! Der Pettenkoferwert von 1000 ppm wird von einer Person nach 30 Minuten überschritten bei einer Belegung mit zwei Personen bereits nach 20 Minuten.

Bei älteren Fenstern werden die 1000 ppm von einer Person nach 70 Minuten und von zwei Personen nach 30 Minuten überschritten.

Stehen in der Wohnung mindestens zwei Fenster auf Kipplüftung so wird der Pettenkoferwert nie erreicht.(Berechnungsgrundlage für die Diagramme: 15 qm Fläche, 2,4 m Höhe, Bei Start innen 400 ppm, Außen 380 ppm, Co2-Abgaberate 21,7 l /h /Person)

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