Heizung

Die Heizung einst und heute

Vor weniger als 100 Jahren war es auch bei uns noch in vielen Häusern unmöglich sämtliche Räume gleichmäßig zu beheizen. In alten Bauernhäusern (nachzuempfinden z. B. im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof im Schwarzwald) wurde oftmals nur die Küche beim Kochen warm. Der direkt an die Feuerstelle angrenzende Bereich wurde mit erwärmt - alles andere blieb kalt.

Auch viele Schlösser und Burgen sind bis heute nicht richtig zu beheizen. Zum Einen lässt die fehlende Wärmedämmung die Heizenergie größtenteils ungenutzt verpuffen, zum Anderen ist die Art der Beheizung (offene Feuerstelle) nicht geeignet einen Raum auf eine angenehme Temperatur zu bringen.

Heute sind wir in einem anderen Extrem. In der Regel sind unsere Räume viel zu warm und die Wärmeverteilung zu homogen. Es fehlen natürliche Reize von wärmeren und kälteren Bereichen und die Art der Wärmeerzeugung sorgt für viele unnötige Probleme.

Die Wärmeerzeugung

Der größte und beste - und dazu völlig kostenlose - Wärmeerzeuger ist die Sonne. Bei jeder Bau- und Renovierugsmaßnahme sollte an erster Stelle bedacht werden, wie diese Energie sowohl passiv als auch aktiv genutzt werden kann.

Bei der passiven Sonnenenergienutzung kommt es auf die richtige Planung des Hauses (z. B. Norden schließen, Süden öffnen) die richtigen Werkstoffe (z.B. langsame Wärmeaufnahme und langsame Wärmeabgabe wie dies massive Lehm- und Tonziegel hervorragend machen) eine hohes Wärmespeicherungsvermögen und eine ausreichende Wärmedämmung an. Die Dachform und der Dachüberstand sollten so geplant werden, dass die niedrig stehende Wintersonne gut in die Räume eindringen und die hochstehende Sommersonne möglichst ausgesperrt werden kann.

Die aktive Nutzung der Sonnenenergie erfolgt z. B. über Kollektoren auf dem Hausdach. Diese können je nach Dimensionierung der Kollektorflächen und Wärmespeicher die Öl- und Gasheizung hervorragend ergänzen und im Einzelfall sogar ganz ersetzen.

Bei uns am meisten verbreitet is die Wäremeerzeugung durch Öl und Gas. Beide Energieformen haben verschiedene Vorteile, was die ständige Verfügbarkeit, die einfache und schnelle Regulierung und die Preise in der Anschaffung betrifft. Die Nachteile liegen bei der Abhängigkeit von den Lieferanten und den immer schneller steigenden Preisen. Jede Verbrennung fossiler Energien, aber auch der nachwachsenden Rohstoffe belastet die Umwelt mehr oder minder stark.

Die Wärmeerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen (Holz, Pellets, Biogas, etc.) gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Verbrennung erfolgt CO2-neutral, was bedeutet, dass bei er Verbrennung nur so viel Kohlendioxid entsteht, wie vorher im Brennstoff gebunden wurde. Die Scheitholzverbrennung eignet sich insbesondere für Leute, die noch über die Möglichkeit verfügen, günstig an Holzscheite zu kommen. Denn zwischenzeitlich steigen die Preise auf dem freien Markt immer weiter an, seit auch für die holzverarbeitende Industrie ungeeignetes Material wieder Verwendung findet.

Der Einsatz von Pellets ist zwischenzeitlich so einfach, die die Verbrennung von Öl und Gas. Die Ware wird in Säcken oder im Silo (z. B. ehemaliger Ölkeller) gelagert und dem Ofen bei Bedarf automatisch zugeführt. Durch öffentliche Fördermittel, die standardisierte Pelletqualität und den laufenden Ausbau der Produktion ist die Anschaffung inzwischen auch finanziell lohnenswert.

Die Verwendung von Strom zur Wärmeerzeugung ist sowohl aus gesundheitlicher, als auch aus ökologischer Sicht grober Unfug. Bei der Stromerzeugung fällt stets eine große Menge Wärmeenergie an, welche i. d. R. von der Umwelt (Flüsse, Verdampfung, etc.) aufgenommen werden müssen. Der relative geringe Stromertrag wird dann über lange Wege zum Verbraucher gebracht, um dann nochmals in Wärme umgesetzt zu werden. Nicht zuletzt werden nicht nur bei der Herstellung von Strom, sondern auch bei er Herstellung der Kraftwerke und Leitungen riesige Mengen an Energie verbraucht.

Aus gesundheitlicher Sicht ist diese Art der Wärmeerzeugung stets die bedenklichste. Sobald der Heizkörper unter Spannung steht (was auch im ausgeschalteten Zustand der Fall sein kann) strahlt er elektrische Wechselfelder ab, an die sie sich ankoppeln können. Sobald der Strom fließt kommen noch magnetische Wechselfelder hinzu. Von beiden Feldarten ist bekannt, dass sie zu starken gesundheitlichen Beschwerden - bis hin zum Tod - führen können.

Relativ neu und bei größeren Objekten eine Überlegung wert ist die Kraft-Wärme-Kopplung. Hier wird in einem Blockheizkraftwerk Strom erzeugt und die Abwärme für die Beheizung des Hauses (über einen Wasserspeicher) gesorgt. Aufgrund der Dimensionierung eignet sich dieses Verfahren aber nur für größere Objekte. Auch hierbei muss unbedingt auf eine Minimierung der entstehenden Felder geachtet werden.

In der letzten Zeit werden vermehrt Wärmepumpen in Einfamilienhäuser eingebaut. Aus der Vergangenheit sind mir viele Probleme bekannt. Diese hängen bei älteren Anlagen mit Ersatzteilproblemen (die teilweise notgedrungen zu einer völligen Abschaltung des Systems führten), der Verkeimung des Wärmetauschers, der Abhängigkeit vom Energieversorger (je nach Versorger dürfen diese mehrfach am Tag für mehrere Stunden nicht betrieben werden), dem hohen technischen Aufwand bei der Installation zusammen. Auch wenn viele dieser Probleme zwischenzeitlich immer besser gelöst werden, bin ich nach wie vor skeptisch, ob die angegebenen Wirkungsgrade und Kalkulationen dauerhaft wirklich einzuhalten sind.

empfehlenswerte Erzeugungsarten

Eine pauschale Empfehlung zu geben ist leider nicht möglich. Für Ihre eigenen Überlegungen finden Sie aber nachfolgend einige Anregungen hierzu:

  • Wie groß ist mein Wärmebedarf (Wasser und Heizung) tatsächlich (dies berechnet der Installateur)?
  • Wie schnell muss die erzeugte Wärme zur Verfügung stehen (eine träge Beheizung eignet sich nur für ein dauerhaft bewohntes Haus)?
  • Will ich auf nur 1 System zur Wärmeerzeugung setzen, oder ist es möglich eine Kombination verschiedener Systeme zu realisieren (z. B. Pelletheizung mit Solarkollektoren und zusätzlichem Grundofen)?
  • Wie soll die erzeugte Wärme übertragen werden (Fußboden, Konvektoren, Wandheizung, etc.)?
  • Wie abhängig mache ich mich von den eingesetzten Energieträgern (Strom ist i. d. R. immer dabei, hinzu kommt dann noch der Brennstoff)? Was für Preisentwicklungen sind zukünftig zu erwarten?
  • Kann ich durch den Einsatz guter Wärmespeicher (z. B. geeignetes massives Mauerwerk) und vernünftiger Wärmedämmung (hier wird oft maßlos übertrieben) den Energieverbrauch reduzieren?
  • Kann ich die Sonnenenergie verstärkt zur Wärmegewinnung einsetzen (z. B. durch Sonnenkollektoren, Bau von "Wärmefallen" auf der Südseite)?
  • Kann ich durch gezielten Bewuchs das Haus von Schlagregen und Winddruck frei halten?
  • Kann ich statt heißer Luft Wärmestrahlung erzeugen?

Wärmeübertragungsarten

Grundsätzlich muss bei der Wärmeübertragung in drei Kategorien unterschieden werden:

- Die Konvektion - hierbei wird die erzeugte Wärme über die Luft übertragen.
- Die Wärmeleitung - bei der direkten Berührung fließt die Wärme vom wärmeren Körper auf den kälteren über. Dies kann sowohl vom Bauteil auf den Menschen wie auch umgekehrt geschehen.
- Die Wärmestrahlung - hierbei wird die Luft nur unwesentlich, dafür aber die Festkörper, welche bestrahlt werden, erwärmt.

Damit wir uns wohl fühlen, die Umwelt geschont und die Keime, Hefen und Pilze in engen Grenzen gehalten werden sollte die Heizung so viel wie möglich Wärmestrahlung und so wenig wie möglich Konvektion produzieren. Am besten geeignet ist hierfür die Wandheizung oder (nicht ganz so effektiv) die Randleistenheizung. Auch eine Fußbodenheizung erzeugt einen recht hohen Anteil Wärmestrahlung - nur kommt diese nicht wie gewohnt von schräg oben (wie von der Sonne) sondern von unten.

Deckenheizungen arbeiten nach dem gleichen Prinzip - werden aber meines Wissens nur elektrisch beheizt. Somit scheiden Sie bei der Wahl eines gesunden und umweltverträglichen Heizsystems von vorneherein aus.

Am meisten verbreitet sind die klassischen Heizkörper, welche in der Hauptsache die Luft erwärmen. Damit wir uns bei dieser Wärmeart wohl fühlen, muss die Raumtemperatur aber wesentlich höher (bis zu 5 Grad) sein. Dies steigert den Wärmeverlust beim Lüften, lässt den Energieverbrauch steigen und sorgt für trockene und staubhaltige Luft während der Heizperiode. Auch die Schimmelbildung kann von solchen Heizungen begünstigt werden.

Bei der Wahl eines Heizsystems sollten Sie sich unbedingt interessenneutral beraten lassen. Dies kostet zwar ein wenig Geld, erspart Ihnen aber sicher viel Ärger und Kosten.

Denken Sie an die Zukunft!

Die Zeichen mehren sich, dass es nicht schaden kann ein Notheizsystem, welches ohne Elektrizität und unabhängig von Öl und Gas funktioniert im Haus zu haben. Am besten geeignet ist hierfür ein nicht zu groß dimensionierter Grundofen, der mittig im Haus platziert weite Bereiche mit Wärmestrahlung versorgen kann.

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