Wohnbiologie

Die Wohnbiologie ist eine andere Bezeichnung für die die Baubiologie und der Versuch, eine Abgrenzung zwischen der Beratung und den Arbeiten rund um den Neubau zu der Analyse des bestehenden Wohnumfeldes zu machen. Durchgesetzt hat er sich bisher nicht.

Für beide Begriffe gilt: Nachdem sich immer mehr Menschen häufiger in geschlossenen Räumen als im Freien aufhalten, die Bauweisen immer naturfremder werden, der ungehemmte Einsatz von künstlichen Materialien zu einem extrem ungesundem Klima in unseren Wohnungen und Büros führt, ist die Frage nach dem Wohlbefinden in Innenräumen immer wichtiger geworden.

Seit einigen Jahren wird auch in der WHO (Weltgesundheitsorganisation) ein Krankheitsbild Namens SBS (Sick Building Syndrom) diskutiert. Diese Krankheit ist ein Sammelsurium diffuser Symptome, die von Kopfschmerzen über Abgeschlagenheit, Dauerschnupfen, Allergien bis hin zu Depressionen führt.

Sie tritt bevorzugt bei Menschen auf die eine Tätigkeit hochmodernen Bürokomplexen ausüben. Als wahrscheinliche Verursacher werden das Elektroklima (Luftionisation, elektrostatische Aufladungen, Elektrostress), Luftklima ("Reizlosigkeit", Feuchte, Temperatur, Staub, gasförmige Bestandteile) und das Arbeitsklima (psychologische Faktoren wie Farbgestaltung, Stress, etc.) genannt.

Während bei Arbeitsplätzen in der Industrie produktionsbedingte Ausgasungen oder erhöhte Strahlung überwacht werden müssen, bestehen derartige Regelungen für das Sammelsurium geringer Konzentrationen verschiedenster Einflüsse am Büroarbeitsplatz nicht. Dieses ist insbesondere durch die unbekannten Wechselwirkungen der einzelnen Gifte untereinander, der Wirkungsverstärkung durch eine Unzahl von Faktoren ein großes Problem, da derartiges bisher nicht erforscht wurde (sofern es sich überhaupt erforschen lässt).

Derartige Vergiftungserscheinungen sind in den meisten Fällen erst einmal psychischer Natur. Das heißt, dass der vergiftete Körper nicht wie bei einer akuten Vergiftung reagiert, sondern durch allgemeine Reizbarkeit, Abgeschlagenheit, Depressionen und dann erst kalte und taube Füße, Kopfschmerzen und sonstige "Allerweltssymptome" auf sich aufmerksam macht.

Den Nachweis der Ursache zu führen ist sehr schwer und in vielen Fällen sogar völlig unmöglich. So bleibt es nur, das übervolle Fass ein Wenig zu leeren, damit das überlastete Immunsystem wieder Ruhe findet. Was für die Büroräume gilt, hat für unser privates Umfeld noch gravierendere Auswirkungen, denn hier halten wir uns noch länger auf und versuchen uns auch zu regenerieren.

Wo Sie bei der Sanierung ansetzen, ist in der Regel egal. Wir empfehlen die kostengünstigsten Maßnahmen zuerst durchzuführen. Unserer Erfahrung nach hat sich hierbei folgende Reihenfolge bewährt:

1. Sanierung des Schlafplatzes:
Wenigstens ein Ort sollte es uns ermöglichen, eine optimale Entspannung zu finden. Hierzu gehört auf jeden Fall ein optimierter Schlafplatz. Optimieren bedeutet: geringstmöglicher Elektrostress, viel frische Luft während der Schlafphase, kein Schimmel, so wenig wie möglich Chemie, metallfreies Bett, etc.

2. Reinigung der Luft:
Häufiges Querlüften bei ganz geöffneten Fenstern (3 - 5 x täglich für 5 - 10 Minuten) reicht in der Regel völlig aus, um die Belastung der Wohnungsluft mit Schad- und Schwebstoffen um über 50 % zu mildern. Das Schrägstellen von Fenstern ist nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes (unnötiger, längerfristiger Wärmeverlust) sondern auch wegen der möglichen Schimmelbildung nicht empfehlenswert.

3. Für ausreichende Regenerationsmöglichkeiten sorgen:
Arbeit, Sport oder Pausen an der frischen (möglichst reinen) Luft, Entspannungs- oder Meditationsgruppen zum Aggressions- und Stressabbau, Schwitzen, abwechslungsreiche Bewegung.


4. Gesunde und abwechslungsreiche Ernährung:
Der wichtigste Bestandteil hierbei ist das Wasser. Zum einen ist es die Grundlage unserer Nahrung, zum Anderen besteht unser Körper aus über 70 % Wasser (eine alte Regel sagt: wir können 3 Minuten ohne Luft, 3 Tage ohne Wasser und 3 Monate ohne Essen überleben). Das Leitungswasser, welches wir trinken, ist zwar reiner als die meisten Mineral- und Heilwässer, aber biologisch genauso tot. Als Wasseraufbereitung bewährt hat sich aus schulwissenschaftlicher Sicht die Umkehrosmose, aus ganzheitlicher Sicht die Wasserbelebung.

Diäten (z. B. Trennkost, Rohkost, vegetarisch) sind eine interessante Abwechslung im Speiseplan, insbesondere wenn die hierbei verwandten Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau (z. B. Bioland oder Demeter) kommen. Ein gelegentliches Heilfasten oder auch ein Entschlackungstag sind vorbeugend ebenfalls sehr empfehlenswert. Bei einer diagnostizierten Belastung durch Schadstoffe sollten diese Maßnahmen aber nur unter Aufsicht eines Arztes durchgeführt werden.

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