Randleistenheizung

Definition:

Die Fußleistenheizung wird an der Außenwand in Fußbodennähe verlegt. Fußleistenheizungen können aus Stahl, Gusseisen, Kupfer oder Leichtmetall gefertigt sein. Ihre Regelung erfolgt meistens über Thermostatventile.

Zu beachten ist, dass die Wärmeleistung der Heizleisten nicht zu groß sein darf, da sich sonst die Warmluftströmung von der Wand löst und eine Konvektorheizung entstehen würde. Eine Fußleistenheizung funktioniert zunächst wie eine reine Konvektionsheizung. Das heißt die Luft wird zwischen den Lamellen erwärmt und steigt an der Wand hoch. Durch den sogenannten Coanda-Effekt(1) bleibt die Warmluftströmung direkt an der Wand und durchströmt nicht den gesamten Raum, wie bei herkömmlichen Heizkörpern. Der so erzeugte Warmluftschleier schirmt zunächst die kalte Außenwand ab und erwärmt im Laufe der Zeit die Wandoberfläche. Dadurch wird indirekt eine Wärmestrahlung erzeugt und es entsteht ein angenehmes Raumklima.

Wird die Fußleistenheizung so eingestellt, dass die warme Luft noch vor Erreichen der Decke soweit abgekühlt ist, dass sie wandnah wieder absinkt, so kommt es zu keiner Luftumwälzung im Raum.

Zu beachten ist, dass die Wände an denen eine Fußleistenheizung installiert ist frei von Möbeln und Bildern sein sollten. Auch sollten die Wandflächen möglichst glatt sein, da es durch die vorbeistreichende Luft zu Staubablagerungen kommen kann. Am besten geeignet sind Kalkputze mit glatter Oberfläche.

Eine Fußleistenheizung kann als Niedertemperaturheizung eingesetzt werden und eignet sich deshalb sehr gut für den Einsatz in Niedrigenergiehäusern. Durch die niedrige Vor- und Rücklauftemperatur kann sie sehr gut mit Wärmepumpen oder Brennwerttechnik kombiniert werden. Es gibt aber auch Systeme die mit höherer Vorlauftemperatur arbeiten und dadurch problemlos an bestehende Heizsysteme angeschlossen werden können.

Auch elektrische Systeme werden angeboten. Diese sind zwar teurer in der Unterhaltung, können aber im Einzelfall sinnvoll sein wenn zum Beispiel kein Warmwasser Heizsystem vorhanden ist, oder die Räume nur temporär beheizt werden müssen wie z.B. Seminarräume, Gästehäuser oder auch Kirchen. Bei allen Elektroheizung sollte man aber die hohen Betriebskosten, die Strahlenbelastung und die negative Ökobilanz bedenken.

Einsatzbereiche:

Die Fußleistenheizung ist sowohl im Alt- und Neubau, als auch im Holz- und Massivbau einsetzbar. Gerade bei Altbausanierungen kann sie eine kostengünstige Alternative darstellen.

In der Regel werden Fußleistenheizungen entlang der Außenwände angebracht, um die Wandoberflächentemperatur anzuheben. Hierdurch können, je nach Ursache auch Feuchte- und Schimmelprobleme gelöst werden.

In Altbau-Schulen, Kirchen oder auch Museen wurden teilweise schon Fußleistenheizungen in Verbindung mit einem intelligenten Einzelraum Regelsystem installiert. Hier sind hohe Energie Einsparungen möglich, bei gleichzeitiger Verbesserung des Raumklimas.

Die Vorteile der Fußleistenheizung gegenüber anderen Systemen liegen auf jeden Fall in einem gesünderen Raumklima da durch die geringere Luftumwälzung kaum Staub aufgewirbelt wird. Dies kann besonders bei Asthma und Allergien zu einer besseren Lebensqualität beitragen.

Auch bauliche Besonderheiten können die Installation eines Wandheizsystems oder anderer Systeme ausschließen. Hier stellt die Fußleistenheizung eine echte Alternative dar. Der Platzbedarf ist gering und die Ästhetik ist wesentlich ansprechender als bei klassischen Heizkörpern. Außerdem kann der Sockel zusätzlich zur Aufnahme von Installationsleitungen für Strom, Telefon, TV und PC dienen.

Durch die gleichmäßige Erwärmung entstehen keine Kaltzonen was auch einer Schimmelbildung entgegenwirkt.

Das Prinzip der Strahlungswärme ist außerdem energiesparender als herkömmliche Konvektionssysteme. Durch die höheren Oberflächen Temperaturen kann nämlich die Raumtemperatur abgesenkt werden ohne dass der Mensch dies als unangenehm empfindet.

Vorteile:

  • energiesparend und hocheffizient

  • Betrieb bereits ab 30 C Vorlauftemperatur möglich

  • gleichmäßige Wärmeverteilung im Raum

  • hoher Raumklimakomfort

  • Wärme wird als wesentlich angenehmer empfunden

  • keine Feinstaubbelastung durch umgewälzte Luft (bei richtiger Einstellung)

  • Vermeidung von Hitzepolstern an der Raumdecke daher höhere Effizienz

  • hoher Anteil an Strahlungswärme

  • höhere Wandtemperaturen, dadurch Reduktion von Feuchtigkeit und Schimmelbildungsgefahr

  • kostengünstig und einfach zu montieren

  • optischer Vorteil gegenüber anderen Heizsystemen

Nachteile:

  • hohe Betriebskosten bei elektrischen Systemen

  • Staubablagerung bei struktierten Putzen

  • Wände sollten nicht mit Möbeln verstellt werden

(1) Coanda-Effekt, die Eigenschaft von Flüssigkeits- und Gasstrahlen, sich an in der Nähe befindliche feste Wände anzulegen und daran entlang zu strömen.

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