Polyurethan

Polyurethan bereitet bei seiner Herstellung die größten Gefahren, da es aus Isocyanaten und Alkohol hergestellt wird, denn zur Herstellung der Isoxyanate benötigt man die im ersten Weltkrieg als hochwirksames Kampfgas bekannt gewordene Substanz Phosgen. Desweiteren werden zur Reaktionsbeschleunigung Organozinnverbindungen und Amine zugesetzt.

Methylisocyanate sind auch unter dem Schlagwort "Bhopal-Gift" bekannt. In indischen Bhopal kam es 1984 zu einer Verpuffung dieser Substanz, bei der mehrere tausend Menschen starben und mehrere hunderttausend verletzt wurden. Die zugesetzten Amine sind Haut- und schleimhautreizend. Die Organozinnverbindungen sind noch gefährlicher: Neben Ihrer Reizwirkung auf die Schleimhäute sind sie auch noch wassergefährdend.

Im Brandfall entstehen unter anderem Blausäure- und Isocyanatdämpfe - beides hochgiftige Substanzen. Daher werden im öffentlichen Bereich (Polsterungen) noch Flammschutzmittel eingesetzt. Polyurethan ist biologisch nur schwer abbaubar. Bei der Deponierung können die zugesetzten Additive freigesetzt werden.

Zumindest in der Anfangszeit könne aus Polyurethan-Schaumstoffen die nachfolgenden Substanzen ausgasen:

  • Isocyanate - hochgiftig, allergen, z. T. Krebsverdächtig

  • Aromatische Amine - krebserregend

  • Diazabicyclooctan (DABCO)- reizend, sensibilisierend

  • FCKW - zerstört die Ozonschicht

  • Methylenchlorid - in Tierversuchen krebserregend

  • Kohlendioxid - / Polysiloxane - geringe Gefahren

  • Styrol-Butadien-Kautschuk - Styrol: Nervengift, Butadien: krebserregend, Umbauprodukte wie Vinylcyclohexan: im Experiment tumorerzeugend

  • vermutlich gasen noch andere bisher unbekannte Stoffe aus.

Aus Montageschäumen gasen neben den oben erwähnten Isocyanaten noch Phosphorsäureester aus. Das Tris-(1,3-dichlor-2-propyl)phosphat wirkt im Tierversuch krebserregend. Desweiteren enthalten die Montageschäume halogenierte Polyole, welche im Brandfall giftige Zersetzungsprodukte bilden.

In Fugendichtungsmassen aus PU finden sich als Fungizid Benzimidazolverbindungen (z. T. krebserregend), Isocyanate (sehr giftig, allergen) und als Weichmacher Chlorparaffine (krebserregend).

Insgesamt betrachtet gehört Polyurethan zu den nicht empfehlenswerten Kunststoffen und ist keinesfalls ein Ersatz für PVC.

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