Pflanzen

Nahezu jeder Bundesbürger nennt mindestens eine Zimmerpflanze sein eigen. Neben der allseits bekannten Tatsache, dass diese in der Lage sind, Kohlendioxid über die Photosynthese (stark vereinfacht: Licht + CO²=O²) zu Sauerstoff zu machen, halten manche von ihnen noch einige Überraschungen bereit: Sie filtern die Raumluft und befreien diese von ihren Giften, die sie dann einlagern oder im besten Falle ebenfalls zu Sauerstoff verarbeiten.

Die Luftbefeuchtungswirkung von Grünpflanzen sollte hier ebenfalls noch Erwähnung finden: Wasser verdunstet hier sowohl über den Boden als auch über die Blätter. In der Heizperiode, die in Deutschland bis zu zwei dritteln des Jahres dauern kann, hilft dies Staub in der Luft zu binden und dadurch die Austrocknung der (Schleim-) häute und der Augen zu reduzieren.

Diese Pflanzen können Giftstoffe in der Raumluft mindern:

  • Gerbera (Gerbera jamesonii), Drachenbaum (Dracaena marginata), Einblatt (Spathiphyllum "Mauna Loa") und Bergpalme (Chmaedorea seifritzii) sind in der Lage Trichlorethylen (TCE) abzubauen. TCE gilt als krebserzeugend und wurde viele Jahre für Druckertinte, Farben, Lackierungen, Firnisse und Klebstoffe verwendet.

  • Chrysanthemen und Astern (Chrysanthemum morifolium), Bogenhanf (Sanseviera laurentii), Gerbera und Einblatt können Benzol vertilgen. Benzol ist ein häufig verwendetes Lösungsmittel, das als Haut- und Augenreizmittel bekannt ist.

  • Bergpalme, Drachenbaum (Dracaena deremensis "Janet Craig" und Dracaena marginata) sowie Bogenhanf reduzieren giftiges Formaldehyd, das in vielen gepressten Holzprodukten, Einkaufstüten, Haushaltsreinigern, Kosmetika, Klebstoffen, etc. vorkommt.

Die Stärke der Minderung lässt sich nicht voraussagen. Die schadstoffmindernde Wirkung wurde unter Laborbedingungen herausgefunden, mit dem Ziel die Luft in Raumschiffen zu verbessern. Wohnungen sind aber - trotz dem Versuch der Gesetzgebung, diese klimatisch möglichst völlig von der Außenwelt abzuschirmen - keine Raumschiffe. Pflanzen können daher allenfalls eine Ergänzung bei der Schadstoffminderung sein. Als alleinige Sanierungsmaßnahme reichen sie nicht aus.

Einige Tipps: Wenn Sie der Pflanzerde ein wenig Aktivkohle untermischen, ist das Reinigungsergebnis besser. Eine ähnlich gute Luftreinigung dürfte mit "Seramis" möglich sein, da dies offenporige Tonsteinchen sind und somit ein hoher Lufteinschluss im Erdreich möglich ist. Ein regelmäßiger Besuch unter der Dusche sollte für alle Ihre Pflanzen selbstverständlich sein. Denn nur staubfreie Blätter können richtig atmen und somit zur Luftreinigung beitragen.

Allgemein gilt: Je mehr lebende Pflanzen, je größer deren Blätter sind und je öfter gelüftet wird, desto geringer ist die allgemeine Schadstoffbelastung.

Ein Wort zum Schluss: Neben all diesen wissenschaftlich-technischen Argumenten sollte man doch nicht vergessen, dass die alleinige Anwesenheit von Pflanzen das psychische und physische Wohlbefinden der Menschen nachweislich verbessert. Gerade in unseren Büros, in denen Kunstlicht, Strahlungen und Gifte aller Art am unangenehmsten und häufigsten anzutreffen sind, tragen sie dazu bei, dass ein wenig Ruhe für das Auge und den Menschen in den Raum kommen.

Natürliches Grün bedeutet Leben. Leben, das wir in unserer Zeit oftmals nur noch als die Hast nach Geld und materiellen Werten verstehen. Geld, welches wir verwenden, um möglichst weit weg in Urlaub zu fahren, um wieder einmal dem "Mief "zu entfliehen und die Natur aus der Nähe (und nicht nur im Fernseher) zu erleben. Welchen "Mief " wir durch die Abgase der Autos und Flugzeuge, welche für diesen Massenwahn nötig sind, zuzüglich erzeugen, daran denken immer noch zu wenige.

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