Lehmbau

Werkstoffe aus Lehm

Werkstoffe aus Lehm

Für diese gibt es inzwischen eine DIN-Norm, so dass die im Handel angeboten Qualitäten einen Mindeststandard garantieren. Mit etwas handwerklichem Geschick, lässt sich Lehm aber auch von Laien für den Einsatz auf der Baustelle gewinnen und vorbereiten.

Lehm ist der weitverbreiteste und am längsten erprobteste Baustoff der Welt. In jahrhundertealten Fachwerk- und Massivbauten wurde und wird er eingesetzt. Er findet dabei Verwendung als Mörtel, Putz und als Wandmaterial.
Lehm ist sowohl ein biologisch als auch ein ökologisch einwandfreier Baustoff. Er ist hundertprozentig recyclingfähig und leicht zu reparieren. Zur Herstellung wird weit weniger Energie verbraucht, als bei anderen gängigen Wandbaustoffen, wie zum Beispiel Mauerziegel, Kalksandstein oder Porenbeton. Außerdem ist Lehm durchschnittlich weit weniger radioaktiv belastet, als manche anderen Mauersteine.

Warum sind viele alte Fachwerkhäuser noch gut erhalten? Eine wichtige Eigenschaft des Lehms schützt das Holz vor Schädlingen: die sogenannte Gleichgewichtsfeuchte. Lehm entzieht dem Holz Feuchtigkeit. Da Schädlinge aber auf einen Wassergehalt von 8 - 16 % angewiesen sind, entzieht ihnen der Lehm die Nahrungsgrundlage.

Gerade bei der Restaurierung von alten Fachwerkhäusern ist Lehm die beste Wahl. Denn Lehm "verträgt" sich besser mit dem Holz, als andere Materialien. Wenn ein Gefach z. B. mit mit Mauerziegeln und Zement ausgemauert wurde, kann es leicht passieren, daß das Holz anfängt zu faulen und zu verrotten. Dies passiert, weil sich aufgrund der Kapillarwirkung ständig Feuchtigkeit zwischen Zement und Holz befindet. Ganz klar, ständig nasses Holz altert schnell.

Ausfachung mit Lehm

Ausfachung mit Lehm

Die einzelnen Gefache werden mit einem stabilen Gerüst aus Holzruten verschlossen, welches anschließend mit einem Stroh-Lehmgemisch beworfen wird. Hierauf wird dann ein Lehmputz aufgebracht, welcher zum Abschluß gekalkt und verziert wird. Mit etwas Übung von jedem Laien selbst durchzuführen.

Wird das Gefach jedoch mit Lehm ausgekleidet, so saugt der Lehm das Wasser auf und gibt es an die Luft ab. Lehm wirkt also holzkonservierend. Lehm reguliert auch die Luftfeuchtigkeit. Diese kann in normalen Häusern relativ stark schwanken, was sich natürlich auf die Gesundheit der Bewohner niederschlägt.

Lehm hat also viele Vorteile. So nimmt er auch Gerüche aus Bad und Küche sehr gut auf. Bis vor einiger Zeit hatte der Bauherr, der Lehm einsetzen wollte, jedoch Probleme. Arbeitsaufwand und Kosten waren kaum einzuschätzen, da keine modernen, einfachen Verarbeitungsmethoden existierten. Dies war für viele Bauherren und Architekten der Grund, auf Lehm als Baustoff zu verzichten. Das hat sich in letzter Zeit weitreichend geändert. Es sind Lehmfertigprodukte auf dem Markt erschienen, die das Bauen mit Lehm einfacher und kalkulierbar machen.

Verwendung von Lehm

  • Wände: Es gibt fertige Lehmsteine, Leichtlehmsteine und HOLE-Steine, alle in DIN-Maßen, das heißt in den üblichen Mauerwerksformaten. Sie eignen sich vorzüglich zum Ausmauern von Gefachen alter Fachwerkhäuser oder von Holzständerkonstruktionen sowie für gemauerte Zwischenwände. Zum Vermauern der Steine wird Lehmmauermasse benutzt. Wärmedämmende Vorsatzschalen können mit Lehmsteinen erstellt werden, zu diesem Zweck werden aber auch fertige Leichtlehmgemische für eingeschalte Konstruktionen angeboten. Eine besondere Variante ist die sogenannte Stapeltechnik: Hier wird Lehmmasse in den leichten, modernen Holzbau gebracht, indem ungebrannte Ziegel (Grünlinge) trocken an den Innenseiten der Außenwände übereinander gestapelt und mit Lehm verkleidet werden. Schwere Massen speichern die Energie aus der Sonnenwärme des Tages und bewirken, ein ausgeglichenes Raumklima. Sie lassen sich schnell und problemlos auch in Eigenleistung einbauen.

  • Lehmaußenwände sollten von innen mit Wärmedämmung versehen werden, um heute übliche Isolierungswerte zu erreichen.

  • Decken: Lehmsteine können zur Verbesserung der Trittschalldämmung als Auf-Balken-Konstruktionen eingesetzt werden, für Zwischen-Balken-Konstruktionen werden Schüttungen verwendet.

  • Verputz: mit Lehm-Fertigmörtel lassen sich alle Untergründe verputzen, die heute beim Bauen üblich sind, zum Beispiel Kalksandsteine, porosierte Ziegel, Porenbeton, natürliche Dämmstoffe wie Schilfrohrplatten oder Dämmkork und selbstverständlich Lehmsteine. Es gibt Unterputz, Oberputz und Feinputz.

  • Für raumklimatische Aspekte ist die Putzschicht viel wichtiger, als darunterliegende Schichten, das heißt, Lehmputz macht auch Sinn auf Nicht-Lehm-Untergründen.

  • Geliefert wird der Putz im Sack, im Big-Bag oder als Schüttung, aufbereitet wird er mit dem Bohrmaschinenquirl oder dem Betonmischer. Profis verwenden Putzmaschinen.

  • Wer's gerne bunt mag, dem stehen auch farbige Lehmputze zur Verfügung, z. B. Elfenbeinweiß, Iquitos-Grün, Djenne-Rot und Römisch-Ocker. Durch Mischung der vier Farben lassen sich harmonisch fein abgestufte Farbtöne erzeugen. Da im Allgemeinen in Wohnräumen helle Töne gewünscht sind dient hier Elfenbein-Weiß meist als Basis (90%) und wird durch Zugabe der anderen Farben (ca 10 % ges.) abgetönt. Bei 2mm Putzstärke kostet das Rohmaterial für den farbigen Feinputz ca. 11 DM pro m 2;.

  • Eine farbige Lehmwand ist sehr lange schön, und wenn sie einmal gealtert ist, muß man sie nur mit einem feuchten Lappen abwischen, um wieder die ursprüngliche Frische zu erhalten.

  • Trockenbau: Es gibt auch fertige Lehmbauplatten. Sie sind Lehmverputz und Bauplatte in einem und vereinen die ökologischen Vorzüge des Lehms mit den modernen Erfordernissen des leichten und schnellen Bauens.

  • Lehmbauplatten sind geeignet für Vorsatzschalen im Holzbau, für Innenwände, für abgehängte Decken und natürlich für den Dachgeschossausbau.

  • Lehmfertigprodukte sind inzwischen in vielen Baustoff-Fachhandlungen, insbesondere natürlich im ökologischen Baustofffachhandel zu bekommen.

Innenraumgestaltung mit Lehm

Plastische Arbeit mit Lehm

Plastische Arbeit mit Lehm

Mit Lehm läßt sich fast alles machen und gestalten: Von der Verkleidung unschöner Säulen, über die verschiedensten Putz- und Bautechniken, bis hin zum Waschbecken.

Verlockend ist die Möglichkeit, vieles selbst zu zu gestalten. Lehm ist - bei richtiger Verarbeitung - sehr dauerhaft, umweltschonend und gesund (Heilerde und Baulehm kommen oftmals aus der gleichen "Quelle"). Kleine Fehler sind problemlos und unsichtbar auszubessern, unschön gewordene Putze lassen sich (bei richtiger Oberflächenbehandlung) jederzeit im eigenen Garten entsorgen.

Lehm wirkt nicht nur ausgleichend auf die Raumfeuchte, er ist auch in der Lage Schadstoffe zu binden.

Wenn er mechanisch nicht zu stark beansprucht und optisch schön gestaltet wird, benötigt er keine weitere Beschichtung oder Färbung.

Kreative Gestaltung eines Gefaches.

Kreative Gestaltung eines Gefaches.

Ritzarbeit in Lehm

Freundlicherweise hat uns die Firma Lehmbau Eider ihre Bilder und den Haupttext zur Veröffentlichung auf unseren Seiten zur Verfügung gestellt.

Wir möchten uns daher an diese Stelle bedanken und auf ihre Lehmbauseminare hinweisen. Bei Interesse wenden Sie sich bitte direkt an die Firma Eider, oder schicken Sie uns eine Email - wir vermitteln gerne den Kontakt.

Waldemar Eider
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67806 Bisterschied
Tel: 06364-257 Fax: 06364-7341

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