Laminat

Bei den Laminat-Parkettböden handelt es sich um mitteldichte Faserplatten (MDF-Platten), hochdichte Faserplatten (HDF) oder Spanplatten, die mit Dekorpapier abgedeckt und mit einer dünnen, transparenten Beschichtung versiegelt sind.

Diese imitierten Parkettböden werden unter Verwendung ökologisch und gesundheitlich bedenklicher Stoffe hergestellt: Faser- oder Spanplatten werden mit Leimen verpresst, die aus einer chemischen Verbindung von Formaldehyd mit Harnstoff, Melamin oder Phenol bestehen. Aus den gleichen Formaldehydharzen besteht die Deckschicht. Diese Leime sind nie vollständig stabil. Deshalb löst sich über Jahre immer etwas von dem atemwegsreizenden und im Tierversuch krebserzeugenden Formaldehyd aus der Verbindung und wird an die Raumluft abgegeben.

Für Laminat-Parkettböden ist ebenso wie für alle anderen Holzwerkstoffe die zulässige Formaldehydabgabe festgeschrieben, früher in der Gefahrstoffverordnung, seit Ende vergangenen Jahres in der Chemikalienverbotsverordnung. Die Raumluftbelastung darf - gemessen in einer Prüfkammer - 0,1 mg/kg Formaldehyd nicht überschreiten. Das entspricht der Emissionsklasse E1. Platten mit höheren Emissionen dürfen schon seit Jahren nicht mehr verkauft werden, E1 ist also kein besonderes Qualitätsmerkmal.

Untersuchungen zeigen zudem, daß Augen- und Schleimhautreizungen, Hustenreiz, Atembeschwerden, Unwohlsein und Kopfschmerzen bereits bei einer Formaldehydbelastung von 0,03 mg/kg auftreten können. Auch die Werbung mit der "Unverwüstlichkeit" von Laminat-Parkettböden ist irreführend. Denn die oberste Schicht ist zwar hart, aber keinesfalls kratzfest. Empfindlich ist sie vor allem gegen scharfkantige Partikel, beispielsweise Sand und Steinchen. Während sich ein strapazierter Massivholzboden abschleifen und dann neu lasieren lässt, geht das bei einer Laminatplatte nicht.

Entnommen aus: Ökotest, Sonderheft Bauen, Wohnen, Renovieren 1995 (und ist heute noch aktuell)

Sitemap