Kalk

Was ist Kalk?

Fassade mit Kalkputz

Fassade mit Kalkputz

Natürliche Pigmentierungen sind stets lebendiger als künstliche. Sie changieren mit dem Lichteinfall und der Lichtqualität und bieten zu jeder Tageszeit und bei jeder Wetterlage einen anderen Anblick.

Die Bezeichnung Kalk ist sehr allgemein und trifft auf viele Calciumverbindungen zu. Calcium ist ein chemisches Element und kommt häufig in Verbindung mit Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff vor. In der Natur findet man Kalk in Form von Kalkstein als Überrest von Meereslebewesen, deren Schalen und Skelette zu einem großen Teil aus Kalk bestanden und auch heute noch bestehen. Im Laufe der Jahrmillionen haben sich dadurch ganze Gebirge gebildet. Kalk ist auch wesentlicher Bestandteil von Mensch und Tier. Die Knochen sind beispielsweise zum überwiegenden Teil daraus aufgebaut. Chemisch spricht man hier von Calciumcarbonat. Kohlensäure, wie sie auch im Regenwasser vorkommt, ist in der Lage, Kalk aus dem Gestein zu lösen und weiter zu transportieren. Verdunstet das kalkhaltige Wasser wieder, hinterlässt es Kalkablagerungen. Auf diese Weise entstehen Gebirge, Tropfsteinhöhlen aber auch die weniger schönen Kalkflecken in Feuchträumen bzw. Ablagerungen in Wasserleitungen und Haushaltsgeräten.

In der Baubranche spricht man vom gebrannten Kalk, chemisch Calciumoxid. Gewonnen wird er, indem Kalkstein (Calciumcarbonat) erhitzt wird. Es entsteht der sogenannte "ungelöschte" Kalk. Das "Löschen" dieses Kalks geschieht mittels Zugabe von Wasser. Unter starker Hitzeentwicklung entsteht so der "gelöschte" Kalk (Calciumhydroxid), der als Bindemittel die Grundlage für viele Mörtelarten, Putze und Farben darstellt. Kalk wird schon seit Jahrtausenden als Baustoff eingesetzt, wurde aber aufgrund gestiegener statischer Ansprüche, sowie seiner längeren Abbindezeit in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr von Zementmörteln und Gipsputzen verdrängt.

Erst seit einigen Jahren erlebt er im Putz- und Farbenbereich eine Renaissance. Endlich hat man seine positiven Wirkungen wieder entdeckt. Reiner Kalk besitzt einen hohen pH-Wert und wirkt so desinfizierend auf die Raumluft. Schimmelbildung beispielsweise kann dadurch reduziert werden, auch wenn er natürlich nicht die Ursachen für Schimmel beheben kann. Die Raumluft wird verbessert, was auch Allergikern zu Gute kommt. Reine(!) Kalkputze eignen sich sowohl für den Innen- als auch für den Außenbereich. Aufgrund dieser positiven Eigenschaften ist Kalk auch aus baubiologischer Sicht ein sehr interessanter Baustoff.

Inhaltsstoffe

Kalkputz im Badezimmer

Kalkputz im Badezimmer

Bereits ab einem Gehalt von 3% darf ein Putz sich als Kalkputz bezeichnen. Bei einem derartig geringen Anteil sind die vielen positiven Eigenschaften allenfalls noch in mininmaler Menge enthalten.

Achten Sie beim Kauf darauf, dass auf der Verpackung natürlicher hydraulischer Kalk steht und nicht nur hydraulischer Kalk. Bei letztgenanntem ist immer ein hoher Anteil an Zement dabei.

Leider sind die meisten Prüfzeichen für den Verbraucher nicht nachvollziehbar. Die Volldeklaration der Inhaltsstoffe in Verbindung mir dem IQUH-Zeichen sind derzeit die beste Möglichkeit die Qualität zu bewerten.

Vorteile

  • Der Rohstoff Kalkstein ist nahezu unbegrenzt verfügbar

  • feine Risse in Kalkputzen können sich von selbst wieder verschließen

  • Hohe Diffusionsoffenheit, wirkt feuchteregulierend

  • Wirkt Sonnenlicht reflektierend, dadurch Hitzeschutz bei Fassaden

  • verseifte Kalkputze sind bedingt, Tadelaktputze sind absolut wasserdicht

  • Kalkputze sind langlebig, dauerhaft und können leicht ausgebessert werden. Der Neuanstrich erfolgt mit Kalkfarbe (stark verdünntem Kalkputz)

  • Alkalische Eigenschaften, desinfizierende, luftreinigende Wirkung durch hohen pH Wert

  • Im Innen- und Außenbereich (auch bei schlagregengefährdeten Oberflächen) einsetzbar

  • Können als Sanierputz (auch Opferputz genannt) eingesetzt werden.

  • Ausfugungen mit Kalk sind eine zuverlässige Verbindung zwischen Steinen

  • Kalkfarben changieren mit dem Tageslicht. Statt langweiliger homogener Flächen ändert sich die Wandfarbe mit dem Standpunkt des Betrachters und dem einfallenden Licht ständig

  • Positive Ökobilanz da bei der Herstellung frei werdendes CO2 im Laufe des Abbindeprozesses wieder aufgenommen wird

Kalkputz auf Fassade

Kalkputz auf Fassade

Dieser Putze wird dem Charakter des Hauses gerecht und unterstreicht seine Schönheit.

Noch einmal sei darauf hingewiesen, dass sich o. g. Vorteile nur auf natürlich hydraulischen Kalk und nachgenannte Einschränkungen sich ebenfalls nur auf Produkte ohne Zuschlagstoffe beziehen.

Die Einschränkungen sind verhältnismäßig gering und typisch für echte Naturprodukte. Die sogenannte "Veredelung" verbessert zwar die technischen Eigenschaften, verschlechtert aber gleichzeitig die Qualität des Naturproduktes drastisch.

Einschränkungen

  • Kalkmörtel hat eine geringere Druckfestigkeit als Zement

  • Kalk benötigt zum Abbinden CO2 aus der Luft. Daher hat er eine längere Abbindezeit

  • Das Material kann während der Verarbeitung zu Verletzungen führen, da Kalk ätzend wirkt

  • Die Verarbeitung sollte nur von erfahrenen Handwerkern durchgeführt werden. Sollten Sie die Arbeiten selbst durchführen wollen ist es empfehlenswert mit den Putzarbeiten an Flächen anzufangen, die später weniger ins Auge fallen (z. B. Kellerwände)

Häufig verwendete Begriffe

Innnenwand mit Kalkputz (Marmorino)

Innnenwand mit Kalkputz (Marmorino)

Branntkalk (Calciumoxid) auch als gebrannter oder ungelöschter Kalk bezeichnete Form, entsteht beim Erhitzen von Kalkstein auf über 800 C. Das entstehende Produkt ist stark ätzend und reagiert mit Wasser unter großer Hitzeentwicklung. Verarbeitung nur unter Einhaltung besonderer Schutzmaßnahmen.

Gelöschter Kalk (Calciumhydroxid) entsteht beim "Löschen" von Branntkalk indem dieser mit Wasser gemischt wird. Es entsteht die Basis für die Verwendung als Baustoff in Form von Putzen und Farben. Seine ätzende Wirkung ist wesentlich geringer so dass relativ einfache Schutzmaßnahmen bei der Verarbeitung ausreichen.

Kalkhydrat oder Weißkalkhydrat ist ebenfalls gelöschter Kalk, der sich nur durch das Löschverfahren unterscheidet.Im Baustoffhandel wird er oft unter dieser Bezeichnung in Pulverform angeboten.

Sumpfkalk als ebenfalls gelöschte Form des Branntkalks weist eine höhere Qualität auf als einfach gelöschter Kalk. Die Löschung erfolgt über einen sehr langen Zeitraum. Dieses Produkt wird gerne bei der Restaurierung von historischen Gebäuden eingesetzt ist aber auch wesentlich teurer als Kalkhydrat.

Luftkalk ist reiner gelöschter Kalk, der nur unter Aufnahme von CO2 der Umgebungsluft erhärtet, wie auch Kalkhydrat oder Sumpfkalk.

Wasserkalk / Hydraulischer Kalk ist in seiner natürlichen Form mit Anteilen von Ton versetzt und erhärtet dadurch auch unter Wasser. Mit diesem Produkt lassen sich Mörtel mit höherer Festigkeit herstellen, allerdings zu Lasten der Diffusionsoffenheit. Gleiches gilt, wenn Kalkhydrat künstlich mit Zement versetzt wird.

Kalksandstein wird aus Kalk und Sand hergestellt, wobei beide Komponenten gepresst und unter Dampfdruck gehärtet werden. Der Kunststein ist statisch hoch belastbar, besitzt jedoch schlechte Dämmeigenschaften.

Das Copyright aller Bilder auf dieser Seite liegt bei der Firma Hessler Kalk aus Wiesloch

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