Herkunft von Schadstoffen

Abhängig von Baualter

Aufgrund von Gesetzesänderungen und der Einführung von verbindlichen Richtlinien sind einige Schadstoffe ab einem bestimmten Zeitpunkt mit hoher Wahrscheinlichkeit in Gebäuden gar nicht mehr (z. B. Asbest) oder nur noch in reduzierter Menge (z. B. Formaldehyd) verbaut worden.

Grundsätzlich ist es aber möglich, dass insbesondere Heimwerker (aber auch Handwerker) nach diesen Zeitpunkten Restbestände verarbeitet haben. In den letzten Jahren mehren sich Hinweise, dass einige Substanzen über das europäische Ausland wieder "eingeschleppt" wurden und vereinzelt auch in Neubauten aufgetaucht sind.

Verwendung bis zum Einbaujahr

Schadstoff

bis Einbaujahr

Asbest

1993

Formaldehyd (in ungeregelter Konzentration)

1977

KMF (Künstliche Mineralfasern)

2000

Lindan

2006

PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe)

2000
(als Binde- und Imprägniermittel für feuerfeste Baustoffe bis heute)

PCB (polychlorierte Biphenyle)

1989

PCP (Pentachlorphenol)

1989

Schadstfoffquellen

Die nachfolgende Liste zeigt mögliche Quellen für Schadstoffe im und um das Haus, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Mögliche Schadstoffbelastungen von außen

Quelle

Schadstoff

Boden

Schwermetalle, Kohlenwasserstoffe, Dioxine, Arsen, etc.

Eisenbahnschwellen

Phenole, Kresole, PAK

Ruße

Abgase von Kraftfahrzeugen und Schiffen, unsachgemäß betriebene Feuerstätten,

Feinstaub

Straßenverkehr, Industrie, Saharastaub, Pollenflug, Holzbearbeitung, Baumaßnahmen

Ozon

Straßenverkehr, Sonneneinstrahlung

Radon

Ausgasungen aus dem Boden

Mögliche Schadstoffbelastungen durch die Bausubstanz

Quelle

Schadstoff

bituminöse Abdichtungen

Steinkohleteer, PAK, Asbestfasern, KMF

Außenwände und Fassaden

Asbest, KMF, Polystroldämmplatten mit HBCD (Hexabromcyclodecan), PCP, PCB, Lindan, PAK im Sockelbereich, Chlornaphtaline

Innenwände

KMF, PCP, Lindan, Formaldehyd, Schimmel

Dachstuhl

KMF, Holzschutzmittel, Tierexkremente (Taubenkot)

Holzbalkendecke

Hochofenschlacke (Schwermetalle, erh. Radioaktivität)

Holzbauteile

Formaldehyd, PCP, Lindan, Chlornaphtaline, Schwermetalle, Schimmel, Chloranisole, holzzerstörende Pilze

Fenster und Türen

Holzschutzmittel, Asbest

Fensterbänke

Asbest, PCB (in Fugen)

Balkone

Asbest, PAK

Metallbauteile

Bleimennige

Dacheindeckungen

Asbest, Kupfer

Vorsatzschalen

Asbest, KMF, Schimmel

Unterdecken, Akustikdecken und -elemente

PCB, Asbest, KMF, Chlornaphtaline

Sanitärinstallation

KMF, Bakterien

Dämmungen

KMF, PCP, Lindan, Formaldehyd, Schimmel

Elektroanlagen

PCB, Vinylchloride, Asbest (auch als -pappe), KMF

Lüftungs- und Kabelkanäle

Stäube, Bakterien, Schimmel, KMF, Asbest

Kaminzüge

Asbest, KMF

Estrich

Asbest, PAK (Teerasphaltestrich)

Kleber

Asbest, PAK, KMF

Spachtelmassen

Asbest

Dehnfugen

PCB

Dach- und Fassadenschiefer

Asbest

Spritzbeläge (hinter Verschalungen, untergehängten Decken, in Lüftungs- und Klimakanälen, in Zwischenböden)

Asbest

Leichtbauplatten (insbesondere in Zusammenhang mit Brandschutz), Dichtschnüre (um Brandschutztüren, Kaminöffnungen)

Asbest

Mögliche Schadstoffbelastungen durch das Inventar

Quelle

Schadstoff

Möbel

Formaldehyd

Teppiche

Mottenschutzmittel

Fußbodenbeläge

Weichmacher, Chloride, Asbest (Floor-Flex-Platten, Cushin-Vinyl-Platten)

Leuchtmittel

PCB (Kondensatoren), Quecksilber

Elektrospeicheröfen (Nachtspeicherheizungen)

Asbest, KMF, PCB

Holzöfen, Einzelöfen

Asbest, Ruße, Formaldehyd

Abgehängte Decken

KMF, PCB

Heizkessel

Asbest, KMF

Elektrische Kleingeräte (Toaster, Bügeleisen, Haartrockner)

Asbest

Blumengefäße, -kästen, Tisch, Stühle, Tischtennisplatten

Asbest

Mögliche Schadstoffbelastungen im Innenraum durch die Nutzung

Quelle

Schadstoff

Zigarettenrauch

"Third-hand-smoke": Nikotin-, Teerablagerungen, Schwermetalle, Benzpyrene, etc. (Tabakrauch enthält über 4800 chemische Verbindungen)

Reinigungsmittel

Alkohole, Duftstoffe, Essigsäure, etc.

Holzfeuerungen

Formaldehyd, Benzo(a)pyren

Feuchteschäden

Schimmelsporen, Mykotoxine, Hefen, Actinomyceten, Bakterien

Kerzen, Duftöle, Räucherstäbchen

Ruße, Feinstaub, Duftstoffe, "Fogging"

Insektenbekämpfung

Pyrethroide, etc.

Luft

Kohlendioxid, Kohlenmonoxid (aus Verbrennungsprozessen)

Oberflächen

Bakterien, Hefen, Schimmel

Staubsauger

Feinstaub, KMF, Asbest, Keime, Gerüche

Schadstoffkataster

Das Erkennen von möglichen Schadstoffquellen benötigt viel Erfahrung und im Zweifelsfall Analysen durch ein Labor. Auf die in diesem Artikel genannten Jahreszahlen sollte man sich nicht verlassen. Noch immer kommt es vor, dass vereinzelt längst nicht mehr zugelassene Substanzen bei Renovierungen eingesetzt werden.

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