Atmung der Wand

Manche Irrtümer sind nur schwer wieder aus der Welt zu schaffen - so auch dieser.

Der Begriff der "atmenden Wand" wurde von Max von Pettenkofer in die Welt gesetzt, nachdem er bei seinen Versuchen feststellte, dass die Luft trotz sorgfältiger Abdichtung aller Öffnungen eines Raumes scheinbar durch die Wände entschwand. Wahrscheinlich hat er bei seinem Versuch etwas übersehen. Sicher ist, dass kein Baustoff in der Lage ist eine nennenswerte Luftmenge hindurchdiffundieren zu lassen.

Im übertragenen Sinne kann der Begriff auch bedeuten, dass es sich um eine porenoffene Bauweise handelt, die die die Feuchte aus der Luft zwischenspeichert und zur kälteren Seite hin ableitet. Bei einer biologischen und korrekt ausgeführten Bauweise geschieht dies zum überwiegenden Teil im Winter zur Außenseite hin. Hierzu muss das Dampfdiffusionsgefälle unbedingt von innen nach außen hin abfallen.

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